Auch die Rohstoffversorgung Europas könnte durch das Freihandelsabkommen langfristig profitieren.
Es kommt wieder Bewegung in das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur: Trotz einer laufenden Prüfung durch den EU- Gerichtshof soll die wirtschaftliche Vereinbarung zur vorläufigen Anwendung kommen. Dies kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Statement an. Kurz zuvor hatten mit Uruguay und Argentinien die ersten Länder das Abkommen ratifiziert, was die Grundlage für den darauffolgenden Schritt der EU gebildet hatte. Das brasilianische Repräsentantenhaus hatte am vergangenen Mittwoch das Handelsabkommen gebilligt, das in Kürze dem Senat vorgelegt wird.
Im Januar war nach über 25 Jahren Verhandlungen ein Durchbruch auf dem Weg zu dem Freihandelsabkommen erzielt worden (wir berichteten). Dann jedoch hatte das Europäische Parlament für eine juristische Überprüfung gestimmt, was das formelle Inkrafttreten mindestens um Monate verzögert hätte. Nun können alle Beteiligten – die EU-Staaten sowie Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay – bereits früher von den meisten Vorteilen des Freihandelsabkommens profitieren. Das Abkommen soll eine Handelszone mit über 720 Millionen Menschen schaffen und Zölle in Milliardenhöhe abbauen. Befürworter erhoffen sich auch eine bessere Versorgung mit kritischen Rohstoffen für Europas Schlüsselsektoren. So zählen Argentiniens Vorkommen des Batteriemetalls Lithium zu den größten der Welt, während Brasilien die größten Reserven Seltener Erden nach China beheimatet.
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